Auf einer der weltgrößten Augmented Reality Konferenzen, die Inside AR in München

Am Mittwoch und Donnerstag, den 29. und 30.11.2014 hatte ich die Chance mich ausführlich über Augmented Reality und mobile Computer Vision auf der Inside AR zu informieren. In München, in der Kleinen Olympiahalle schlugen die führenden Unternehmen des Sektors für zwei Tage ihre Zelte auf. Neben einer Messe über die neusten Entwicklungen wurden eine Reihe sehr interessanter Workshops und Vorträge auf zwei Bühnen mit Speakern aus der ganzen Welt angeboten.

Was ist Augmented Reality eigentlich?

Augmented Reality (AR) oder auch erweiterte Realität genannt. Reale und virtuelle Welt verschmelzen mittels spezieller Computerprogramme . Die reale Welt wird durch Textinformationen, Animationen oder Grafiken ergänzt, sie werden mittels Smart Glasses, Smartphones oder Tablets für uns sichtbar gemacht. Diese Technik wird bereits in der Automobilindustrie als Ergänzung zu Katalogen, zusätzliches digitales Handbuch oder bei Autoreparaturen eingesetzt sowie in der Medizin, der Werbung, Spielen, Navigation, Lebensmittelindustrie, Museen und vielen anderen Bereichen

Meine persönlichen Highlights der Inside AR

Einer der ersten Vorträge von Christopher Bouveret – Itizzimo drehte sich um den Einsatz von Smart Classes in der Lagerhaltung. Sehr nützliche Angelegenheit, denn durch die Brille hat der Kommissionierer die Hände frei. Er sieht alle wichtigen Details zu dem Auftrag, wie den richtigen Lagerplatz, bekommt Indoor Navigation und kann mit ihr den Barcode scannen. Durch Studien hat man herausgefunden, dass sie die Sicherheit und das Tempo der Arbeitsabläufe erhöht. Warum hat es das nicht während meiner Lehre gegeben? Damals verirrte ich mich in den unzähligen Gängen und suchte ständig meinen Kuli zum abhaken der kommissionierten Ware.

Wie bringe ich Kinder und auch Erwachsene in Museen und lasse sie mit Eifer ein Thema entdecken? Das war wohl die Aufgabe von Jana Rodic – Live View Studios, die sie sehr schön und mit viel Liebe zum Detail gelöst hat. Ein Museums-Projekt beschäftigte sich mit dem 1. Weltkrieg in Serbien (sjebia1914). Durch viele Animationen werden die Besucher in diese Zeit versetzt und erfahren auf spannende Weise etwas über die damaligen Flugzeuge, Panzer und Menschen.

Das italienische, serbische, kroatische und slowenische Tourismusprojekt „techcooltour“ zeigt mithilfe einer App, die romanische und byzantinische Vergangenheit dieser vier Länder. AR weist den Weg zu interessanten Gebieten und Orten. Tolle Idee, endlich Geschichte so richtig begreifbar zu machen und für jeden Betrachter wird sein persönliches Erlebnis kreiert.

Ein weiteres Mitmach-AR-Kindermuseums-Projekt:

Die Ausstellung bot mir sofort die Möglichkeit alles einmal auszuprobieren. Mensch, da gab es was auf die Augen!

Ein faszinierendes AR-Projekt stellte Robin Hardenberg – Timetraveler vor. Es wurde kurz vor dem 25 jährigen Mauerfall-Jubiläum in Berlin vorgestellt und versucht die Absurdität der Mauer in Berlin zu visualisieren. Mittels der Timetraveler-App können Besucher auf einem Rundgang durch Berlin an verschiedenen Punkten sehen, wie es damals aussah und was direkt an der Mauer passierte. Mit Tablet oder Smartphone bewaffnet scannt man an bestimmten Punkten die Umwelt oder Dinge,  z.B. ein U-Bahnschild oder eine Häuserkombination. Daraufhin bekommt man prompt eine Info via Video oder Bild. So wird Geschichte erlebbar und macht Spaß! Eine Reise in die Vergangenheit.

Natürlich kann mit dieser Technik auch so richtig, aber so richtig Schabernack getrieben werden. PEPSI hat das in London an Passanten einmal ausprobiert und dadurch in den sozialen Netzen ein gewaltiges Pepsi-Rauschen erzeugt. Wahnsinn, was da alles geht! Tim Last – Grand Visual plauderte aus dem Agentur-Nähkästchen und erzählte von seinen AR-Projekten mit Pepsi und Disney.  Aber schaut euch unbedingt das Video an. Einfach spitzenmäßig!

Auf den Vortrag von Dr. Kavin Andi  – Hospital and Medical School, University London habe ich den ganzen Tag gespannt gewartet. Er widmet sich sehr intensiv der Erforschung der Wiederherstellung von Gesichtern mithilfe der AR-Technik. Es begann alles ganz harmlos und locker. Doch dann wurde es ernst! Um zu zeigen, was er mit Gesichtern, die durch Krebs oder einen schweren Unfall extrem entstellt sind, wurde es „leicht“ blutig. Es ist erstaunlich, was er durch die Verschmelzung von MRT, CT und Röntgenbildern mit der AR-Technik möglich macht. Er bekommt dadurch einen perfekten Überblick über die betroffenen Stellen und weiß genau wie die optimale Schnittführung aussehen muss, um keine großen Blutgefäße zu durchtrennen.  Bemerkenswert, welche Ergebnisse er erzielt.

Fazit

Danke liebe Anett Gläsel-Maslov von Metaio für die tolle Gelegenheit, diese faszinierende Technik und ihre Anwendungsgebiete näher kennenlernen zu dürfen. Wow, ganz tolle Konferenz, super Orga und sehr leckeres Essen! 🙂

Die Entwicklung von Augmented Reality steckt nicht mehr in den Kinderschuhen, nein AR bewegt sich in Joggingschuhe gekonnt in alle Richtungen. Ich denke, dass dort wirklich noch sehr viel Luft nach oben ist und bestimmt einige Entwicklungen bereits in den Schubladen liegen. Gerade in dem humanitären oder medizinischen Bereich sehe ich noch erhebliches Potential.

Ein kleines Problem gibt es für mich dennoch! Viele Apps, die den Verbraucher im realen Leben unterstützen sollen, benötigen ein gutes, schnelles und verlässliches Netz! Das könnte in Deutschland ein echtes Problem werden! Zu wenige Hotspots und die Telekom als Datenvolumenbrense!

Da bin ich wirklich gespannt, wie diese Bremse entsperrt werden könnte.

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Ein Kommentar zu “Auf einer der weltgrößten Augmented Reality Konferenzen, die Inside AR in München

  1. Pingback: Digital Media Women » insideAR 2014 – Augmented Reality ist schon längst unter uns

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